Sport tut gut! Diese Lebensweisheit erschließt sich nicht jedem sofort. Denn wer sich lange Zeit nicht oder nur wenig bewegt hat, für den kann der Weg zu sportlicher Aktivität erst mal schwierig sein. Aber wer dranbleibt, wird schnell merken, dass körperliche Aktivität entscheidend zum eigenen Wohlbefinden beiträgt.
Sport macht nicht nur fit, sondern hilft auch, den Alltagsstress abzubauen und den Kopf frei zu bekommen. Wichtig ist jedoch ein gesundes Maß. Die sportliche Betätigung sollte nicht zur Überlastung führen, denn diese könnte bei Migränepatienten eine Attacke auslösen. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Das heißt aber nicht, dass Sie diese nicht verändern können. Wenn Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Ausdauer steigern möchten, dann tun Sie dies langsam und in kleinen Schritten, aber kontinuierlich.
Im Grunde ist jede sportliche Aktivität, die Ihnen Freude macht und die Sie als wohltuend empfinden, zu empfehlen, denn sie erhöht Ihre individuelle Lebensqualität.
Sport macht nicht nur den Kopf frei und entspannt den Geist. Bewegung kann eine wesentliche Rolle für die Frequenz und Intensität der Migräne spielen. So macht regelmäßiger Ausdauersport das Gehirn stärker und widerstandsfähiger gegen Migräne. 1 Zur Vorbeugung von Migräne eignen sich besonders Sportarten wie Joggen, Walken, Wandern, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen.
Extremsport und intensives Krafttraining sollten Sie vermeiden. Die stundenlange Fettverbrennung in den Muskeln kann zu Unterzuckerung und zum Energiedefizit im Gehirn führen, was oft ein Auslöser von Migräneattacken ist. 2
Die Bandbreite der sportlichen Aktivitäten ist groß. Was am besten passt und gut tut, bleibt jedem selbst überlassen. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie bei der Auswahl unterstützen können:
Wenn Sie Sport treiben, sollten Sie mit gesunder Ernährung für eine ausgeglichene Energiezufuhr sorgen. Denn eine gesunde Ernährung kann sich bei Betroffenen positiv auf die Migräne auswirken. 3 Einige Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Iss dich fit – Ernährung und Migräne.
Diese Ausrede kennt wohl jeder. Dabei ist nicht viel Zeit erforderlich, um den eigenen Körper zu fordern und von sportlicher Aktivität zu profitieren: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 Minuten moderaten Sport pro Woche. 4 Das sind gerade mal zweieinhalb Stunden. Wichtig ist, dass Sie dran bleiben. Sind die ersten Wochen noch mühsam, folgt nach einer Weile meist die Gewöhnung und der regelmäßige Sport gehört einfach in Ihren Alltag.
Jede Art von Bewegung kann sich positiv auswirken. So können einfache Aktivitäten, die in den Tagesablauf integriert werden, wie Treppen steigen, Spaziergänge machen oder zur Bahn laufen, das Wohlbefinden deutlich steigern. Das haben Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Karlsruher Instituts für Technologie einer Studie nachgewiesen. 5
Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen können:
Overath CH et al. J Headache Pain 2014; 15(1): 11.
Kropp P et al. Expert Rev Neurother 2017; 17(11): 1059–1068.
Hajjarzadeh S et al. Nutr Neurosci 2020; 23(9): 724–730.
WHO. Physical activity, www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity, Datum des letzten Abrufs: 24.06.2021.
Reichert M et al. Sci Adv 2020; 6(45): eaaz8934.