Was tun bei einer Migräneattacke in der Schwangerschaft?

Schmerzmittel können ein Risiko für das ungeborene Kind sein. Grundsätzlich gilt: Während der Schwangerschaft sollten Sie möglichst auf Schmerzmittel verzichten bzw. diese nur in Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Am besten informieren Sie Ihren Arzt frühzeitig über Ihren Kinderwunsch, dann können Sie gemeinsam das Vorgehen bei einer Migräneattacke besprechen.

Ihre Erfahrung zählt

Im Falle einer akuten Migräneattacke in der Schwangerschaft kann Ihre Erfahrung nützlich sein. In einem Migränetagebuch können Sie neben der Dauer und Stärke einer Attacke auch nichtmedikamentöse Maßnahmen festhalten, die Ihnen geholfen haben. Dieser Wissensschatz kann in einer Schwangerschaft hilfreich sein. Notieren Sie auch Ihre individuellen Migräneauslöser und lernen Sie Ihre Trigger kennen. So können Sie diese leichter vermeiden.

Prophylaxe kann helfen

Idealerweise informieren Sie Ihren Arzt schon, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. So können Sie gemeinsam vorbereitende Maßnahmen besprechen. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, im Vorfeld einer geplanten Schwangerschaft eine prophylaktische Therapie durchzuführen, um die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Und es gibt viele nichtmedikamentöse Maßnahmen, die Migräneattacken vorbeugen können.

Leichter Ausdauersport

Leichter Ausdauersport macht den Kopf frei und entspannt den Geist. Er kann aber auch Migräne-Beschwerden lindern, denn Bewegung kann eine wesentliche Rolle für die Frequenz und Intensität der Migräne spielen.1 Vor allem regelmäßiger Ausdauersport macht das Gehirn stärker und widerstandsfähiger gegen Migräne.1 Migräneattacken kann man deshalb besonders durch Sportarten wie Joggen, Walken, Wandern, Radfahren oder Schwimmen vorbeugen.

Weitere Infos zum Thema Sport finden Sie im Artikel Sport und Bewegung – einfache Tipps für mehr Aktivität im Alltag

Entspannungstechniken

Entspannungstechniken gehören zu den wichtigsten nichtmedikamentösen Vorsorgemaßnahmen bei Migräne. Durch gezielte Übungen, wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training, kann sich die Muskulatur entspannen und Stress – ein häufiger Auslöser für Migräne – wird abgebaut. Wichtig ist, regelmäßig zu üben, denn nur dann sind Entspannungstechniken wirklich effektiv. Auch die traditionelle chinesische Medizin einschließlich Akupunktur und Massage oder Yoga, Biofeedback und Meditation haben einen positiven Effekt auf Migräne.2

Hilfreiche Tipps wie Sie Stress vermeiden oder mit ihm umgehen finden Sie im Artikel: Stress lass nach – Tipps zur Vermeidung und zum Umgang mit dem Migränetrigger

Ausgewogene Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann sich bei Betroffenen positiv auf die Migräne auswirken.3 Deshalb sollten Sie vor allem in der Schwangerschaft darauf achten ausgewogen zu essen. Auch magnesiumreiche Zutaten sind empfehlenswert, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Magnesiummangel Migräneattacken hervorrufen kann.4 Magnesium ist vor allem in grünem Gemüse, Vollkornnudeln, Naturreis, Quinoa, Hirse und Nüssen enthalten sowie in magnesiumreichem Mineralwasser. Nach Absprache mit Ihrem Arzt können Sie auch Magnesiumpräparate einsetzen.

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört auch ausreichend zu trinken. Schwangere sollten üblicherweise zwei Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen: am besten Wasser, Früchte- und Kräutertee oder verdünnte Fruchtschorlen.

Viele weitere Informationen zum Thema Ernährung finden Sie im Artikel: Iss dich fit – Ernährung und Migräne

Bei allen Maßnahmen und Vorkehrungen, vergessen Sie nicht das Leben und Ihre Schwangerschaft zu genießen.

Weitere Tipps zu Migräne in der Schwangerschaft

  • Kühlende Kompressen auf Stirn, Schläfe oder im Genick und beruhigende ätherische Öle (z. B. Pfefferminze, Eukalyptus, Rosmarin, Lavendel) können zur Linderung einer Migräneattacke beitragen.
  • Sanfte Gesichtsmassagen empfinden viele Schwangere als angenehm.
  • Bei einer professionellen Massage werden Verspannungen sanft gelöst und man kann dabei ganz wunderbar abschalten und entspannen.
  • Auch Akupunktur zeigt bei einigen Betroffenen eine gute Wirkung. Sie kann in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.5
  • Unregelmäßige Schlafzeiten, zu wenig oder zu viel Schlaf können Kopfschmerzen fördern. Achten Sie deshalb auch in der Schwangerschaft auf einen ausgewogenen Schlafrhythmus.

Stillen und Migräne

Auch beim Stillen können Arzneimittel-Wirkstoffe von der Mutter auf das Kind übergehen. Es bestehen etwas weniger Gefahren und Einschränkungen als in der Schwangerschaft, aber auch hier sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob und wann Sie Medikamente wieder einnehmen können.6 Wegen Migräne auf das Stillen zu verzichten ist jedoch nicht notwendig, denn der Effekt der reduzierten Migräneattacken kann bis in die Stillperiode reichen.7

Referenzen:

  1. Overath CH et al. J Headache Pain 2014; 15(1): 11.
  2. Millstine D et al. BMJ 2017; 357: j1805.
  3. Hajjarzadeh S et al. Nutr Neurosci 2020; 23(9): 724–730.
  4. von Luckner A, Riederer F. Headache 2018; 58(2): 199–209.
  5. Park J et al. Acupunct Med 2014; 32(3): 257–266.
  6. Infoportal rund ums Stillen, www.still-lexikon.de/arzneimittel-und-stillen/, Datum des letzten Abrufs: 24.06.2021.
  7. https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/besonderheiten-bei-schmerz/schmerztherapie-in-schwangerschaft-und-stillzeit, Datum des letzten Abrufs: 25.08.2021.

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